Arbeitslosenzahl sinkt – Augenwischerei?

Ist es nicht mathematisch interessant, dass einerseits die Zahl der Arbeitslosen (angeblich) weiterhin sinkt (lt. Reuters z.B. 110.000 weniger Arbeitslose, als noch im Februar diesen Jahres), andererseits aber kontinuierlich Stellen in Deutschland vernichtet werden (Ver.di – und die müssen es ja, wie alles, besser wissen als andere)?

Nun, ich kann nicht glauben, dass hier die Bundesregierung tatsächlich so kurzfristig gravierende Erfolge vorweisen kann. Vielmehr gehe ich davon aus, dass wir zwei andere Gründe dafür haben, die aber nicht weniger erschreckend sind, als eine Arbeitslosen-Quote:

1) Die hohe Anzahl der Arbeitslosen, die nun unter Harz-IV fällt, erscheint nicht mehr in der Arbeitslosen-Statistik. Zusätzlich wurden die Kriterien, welcher Arbeitslose in die Statistik eingeht erneut “angepasst”.

2) Arbeitslose, die unter die 56er und 57er Regelungen fallen (Altersteilzeit, Frührente) werden als “nicht Arbeitssuchend” ebenfalls aus der Arbeitslosenstatistik ausgeschlossen. Diese Maßnahmen, die in vielen Unternehmen unterstützt wurden, um Stellen ohne Entlassungen abbauen zu können, greifen jetzt massiv.

Beides hat den Effekt, dass wir in Deutschland “weniger” Arbeitslose vorweisen können. Dennoch – besonders durch die Maßnahmen aus 2) unterstützt – werden Stellen nicht erneut besetzt oder sogar aktiv abgebaut. Der aktive Stellenabbau ist sicherlich nicht in jedem Falle unvermeidbar, aber die kurzfristige Konjunkturverbesserung hat sicherlich keine nachhaltige Verbesserung der Unternehmenssituation mit sich gebracht. Auch die Finanzkrise hat ihren Anteil daran, dass die Unternehmen – derzeit noch mit zum Teil immensen Gewinnzuwächsen – außerst vorsichtig in die Zukunft schauen und entsprechend handeln.

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