Sieg mit schlechtem Beigeschmack

Nun steht es fest: NOKIA wird für die (ehemaligen) Beschäftigten in Bochum 185 Mio. Euro bereitstellen, die zur Lohnfortzahlung genutzt werden – das ergibt im Durchschnitt etwa 80.000 Euro für jeden der 2.300 Mitarbeiter, die zum 1. Mai freigestellt werden sollen.

Das ist ein kleiner Sieg, denn das ist besser, als eine simple Kündigung, die zum 1. Mai wirksam ist – und das freut mich für diese Menschen sehr.

NOKIA Werksschließung in BochumDer schlechte Beigeschmack bleibt aber, denn diese 80.000 Euro sind natürlich schnell aufgebraucht und als bereits Arbeitsloser bedeutet dies im heut zu Tage, etwa ein Jahr Suche nach einem neuen Arbeitsplatz (due überwiegende Anzahl von Unternehmen stellt bevorzugt neue Mitarbeiter ein, die noch im Job sind). In Bochum und Umgebung dürfte das nicht gerade leicht sein, weil nur wenigen verfügbaren Stellen eine Arbeitslosenquote von etwa 10,7% (Februar 2008) gegenübersteht.

Ein weiterer Punkt – und den sollten sich die Herren Politiker ganz klar zu Herzen nehmen – ist die Frage, warum ein Unternehmen rund 200 Mio. Euro ausgibt, um einen Standort zu verlassen, statt die selbst aufgebaute Infrastruktur weiter zu nutzen um die Poroduktion fortzuführen. Diese Frage muss definitiv Basis für eine Prüfung sein. Der Standort Deutschland scheint immer uninteressanter – speziell für das produzierende Gewerbe – zu werden und dem muss schnellstens entgegen gewirkt werden.

Also liebe Politiker: nehmt den Mut zusammen und sprecht offen mit den Unternehmen über die Qualitäten und Mängel des Standortes Deutschland und tut schnellstens was Sinnvolles. Möglich muss es wohl sein, denn die Nachteile des Standortes scheinen ja zumindest durch Subventionen – wie im Fall NOKIA – soweit aus zu gleichen, dass es sich wärend des Bezuges der Gelder lohnt, sich hier anzusiedeln.

 

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