Fernsehen als Wegwerf-Programm

Nachdem ich mit beruflich mit dem Thema DRM (Digital Rights Management) befassen musste und dann auch noch vollständige Digitalisierung des Fernsehens folgte, war es mir im Grunde schon klar, auch wenn meine Kollegen mich vor noch einem guten Jahr belächelten:

Das Fernseh-Programm wird nicht mehr lange die Möglichkeit bieten, per PC oder DVD-Recorder aufgenommen zu werden.

Wie perfekt wäre doch die Welt für die Sender, wenn sie alles, was die Bevölkerung gern auch mal zwischendurch sehen möchten, als DVD verkaufen, oder als On-Demand-Pay-TV anbietet könnten. Natürlich wäre die Voraussetzung dafür, dass das laufende Programm nicht aufnehmbar ist.

Kein Problem mit digitalem Fernsehen, denn es kann immer eine Information mit gesendet werden, die das Aufnehmen unmöglich macht – zumindest mit Standard-Geräten – weil sie diese “nur 1 mal ansehen” Information erhalten.

Wenn solche gewünschten Filme dann als DVD oder On-Demand-Film je nach Alter und Beliebtheit dann zwischen 2 und 10 Euro kosten würden (ganz aktuelle Filme mal außen vor gelassen), ließe sich damit schon eine Menge Geld verdienen. Natürlich besonders dann, wenn alle Privaten Sender mit machen würden.
Auch das wird nicht mehr so weit entfernt sein und auch hier ist ein gewisser Investor wieder mal ganz vorne mit dabei.

Besonders deutlich wird dies bestätigt, wenn man bei Pro7 liest: “IBM und die ProSiebenSat.1 Group haben einen Outsourcing-Vertrag über 200 Millionen Euro geschlossen. Ziel ist, eine komplett digitale, bandlose technologische Infrastruktur zu errichten, die die europaweite Verwertung von TV-Inhalten auf allen Verbreitungswegen ermöglicht.

Freitag war es dann soweit: Pro7 hat von Freitag bis Samstag kopiergeschützt ausgestrahlt, es konnte also kein Zuschauer irgend eine Sendung aufnehmen. Wer das nicht vor hatte, dem konnte dies auch nicht auffallen. Immerhin konnte Pro7 damit einen Testlauf machen, um – natürlich unter dem Vorwand, es sei nur ein Versehen und keiner weiß, wie das passieren konnte – festzustellen, ob Zuschauer mit alten Geräten vielleicht irgend welche Probleme haben könnten.

Der Weg scheint frei und die Abzocke der privaten Haushalte kann beginnen. Ein hoch auf die digitale Technik im TV. Und ein preislicher Unterschied für HD wird ja wohl auch noch drin sein, denn wer sich solche Geräte leisten kann, der kann auch bei den Filmen ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Und danach ist der Schritt auch nicht mehr groß, dass im kostenlosen Programm nur noch alte Schinken zu sehen sind – alles andere muss extra bezahlt werden.

 

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