Mit Zuckerbrot und Peitsche

Lidl will nun möglichst schnell aus der schlechten Presse heraus und die Mitarbeiter, deren “Loyalität” – die vermutlich eher in dem Zwang des Einkommenserhaltes begründet ist, als in der Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber –  noch zu retten ist, wieder positiv stimmen.

Ganz plötzlich zaubert der Aufsichtsratschef von Lidl und Kaufland, Klaus Gehrig, eine “Treueprämie” aus dem Hut. 300 Euro sollen die treuesten (Vollzeit-) Mitarbeiter erhalten, die in der Überwachungs-Affäre zu ihrem Arbeitgeber gestanden haben.

Da zu dem Zeitpunkt des Interviews mit Heise der betroffene Marktleiter noch nicht einmal darüber informiert war, kann man wohl davon ausgehen, dass diese Prämie eine Blitz-Aktion war, um mit einer Positiv-Meldung zu überraschen.

Leider ist diese Meldung dennoch nicht ganz ohne Beigeschmack:

  • Es ist noch nicht bekannt, nach welchem Kriterium die Prämie an welche Mitarbeiter ausgegeben wird, und wer davon ausgeschlossen werden wird
  • DIe Kameras in der Münchner Niederlassung, die von Heise besucht wurde, war zwar Kamera-frei, aber die Überwachung wird wieder installiert werden, so der Marktleiter.
  • Die Überwachung wird “im Einklang” mit den Mitarbeitern erfolgen, was aber passiert, wenn die Mitarbeiter ihre Zustimmung nicht geben, ist unbekannt.

Leider ist wohl zu erwarten, dass die Reihe an negativen Meldungen rund um Lidl noch nicht zu Ende ist, besonders in Hinblick darauf, dass bestimmt nicht alle Mitarbeiter einer Überwachung zustimmen und bereits gestern bekannt wurde, dass in anderen Unternehmen eben diese Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten.

Fehlt eigentlich nur noch, dass sich diese Unternehmen damit rühmen, sooo viele Mitarbeiter ein zu stellen (nachdem die aufsässigen Überwachungsgegner von eben diesen Stellen entfernt wurden).

 

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