Wer sich wehrt verliert

Nun wird es endlich mal wieder deutlich, wie na wir in Deutschland bei einigen Unternehmen an der Sklaverei sind: Nur wer funktioniert hat die Chance zu überleben. Die anderen werden zwar heut zu Tage nicht mehr verkauft oder “entsorgt”, wie es früher üblich war, aber dennoch entledigt man sich solch lästiger Mitarbeiter.

Der Bericht über das CallCenter von Medion mit dem klingenden Namen AMS (Allgemeine Multimedia Service GmbH) zeigt es deutlich: Wer der Überwachung nicht mittels einer Zusatzvereinbarung zustimmt, hat schlechte Chancen: Die Kündigung ist die Folge, wie Spiegel Online berichtet. In dem aktuellen Fall wurde diesen Mitarbeitern zum 31.05.08 gekündigt. Nur, wer einem neuen Arbeitsvertrag – in dem diese Zusatzvereinbarung bereits eingearbeitet wurde – zustimmt, darf gnädiger Weise weiter bei AMS arbeiten. Natürlich nur, so lange die Überwachung keine Unregelmäßigkeiten ergibt, die bereits aus der falschen Begrüßungformel am Telefon bestehen kann (so die Personalchefin Max). Drei mal auffällig geworden bedeutet dann drei mal eine Abmahnung und schließlich den Rausschmiss.

Wirklich elegante Methoden. Warum berichtet Frau Max eigentlich nicht stolz, dass es in Ihrem Unternehmen bei derartig lächerlichen “Verfehlungen” Nachschulungen oder Weiterbildung für diese Mitarbeiter gibt, um die Qualität zu sichern? Oh … vielleicht, weil solche Maßnahmen gar nicht bei der Personalführung vorgesehen sind …? Täuscht es, oder sieht das nach einem Fließband aus, auf dem die kleinen Produkte mit kleinen Fehlern einfach per Luftdruck in den Schrott gestoßen werden?

Nun, es ist nur zu hoffen, dass all solche Unternehmen von Ihren eigenen Kunden für nicht gut befunden und gemieden werden, denn dann würden sich diese Unternehmen, die Mitarbeiter-Sklaverei betreiben, mit ihrer eigenen Firmen-Philosophie selbst in den Schrott stoßen.

Deutschland, ein Land, in dem der Service so schlecht und die Preise so hoch sind, wird irgendwann aufwachen und feststellen, dass Service wichtiger ist, als das eigentliche Produkt – das zufriedene, motivierte Mitarbeiter ein unersetzliches Gut im Unternehmen sind, ohne die sich die Produkte auf Dauer nicht verkaufen lassen und das der eigentliche Erfolg des Unternehmens ausschließlich von den Mitarbeitern abhängt.

Ich hoffe, dass die Gewerkschaften in diesem Fall ebenso entschlossen gegen die betreffenden Arbeitgeber (bzw. – Arbeitnehmervernichter) vorgeht, wie sie es in den ständigen Streiks tun – nur, dass es diesmal wirklich um ein gutes Ziel geht, dass mit Sicherheit von überwiegenden Teilen der Bevölkerung mit getragen werden würde.

 

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  1. 22. April 2008

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