Bestellanreiz durch Geschenkversprechen

Wer kennt das nicht: Irreführende Werbesendungen, die allen Bestellern tolle Geschenke versprechen. Und um das alles noch wichtiger aussehen zu lassen wurden die Briefe mit persönlich/vertraulich gekennzeichnet.

Doch was kommt dabei heraus? Anstatt einem Laptop ein Taschenrechner, an Stelle eines Koffers voller Bargeld ein kleiner Spielzeugkoffer mit 1-Cent-Münzen – alles nur wertlose Kleinigkeiten, die in keiner Weise den Versprechungen gerecht werden.
Selbst Versandhäuser scheffeln Millionenbeträge durch die Verlockung, die von möglichen Gewinnen ausgeht. Dafür werden dann schon mal extra einige Firmen gegründet, um den gesetzlich festgeschriebenen Verpflichtungen der Gewinnausschüttung elegant aus dem Wege zu gehen.

BundesgerichtshofIm August 2002 wurde dann erstmals durch den BGH ein Urteil bezüglich der bekannten Verkaufsfahrten, den so genannten Kaffee-Fahrten gesprochen, da für diese diese reinen Verkaufsveranstaltungen mit Geschenken oder “gutem” Essen geworben wird.

Nun ging der BGH noch einen Schritt weiter: Er stellte klar, dass bereits dann eine strafbare Werbung vorliegt, wenn sie nur in einem “wirtschaftlichen Zusammenhang” mit einer Warenbestellung stehe. Das besdeutet, wenn die Bestellentscheidung durch ein versprochenes Geschenk beeinflußt wird, handelt es sich um ein einheitliches (Bestellung + Geschenk) Angebot, dass der Anbieter in voller Absicht mit einander verbunden hat.

Es wäre wünschenswert, wenn nun tatsächlich solche Gewinn-Mitteilungen etwas seltener aus dem Briefkasten quellen – ganz wird das niemals aufhören. Fraglich ist nur, wie der BGH gegen die vielen Briefkasten-Firmen vorgehen will, die meist zur Verschleierung solch grenzwertiger Angebote genutzt werden.
Immerhin ist wieder einmal ein Schritt in die richtige Richtung gemacht worden um die Verbraucher zu schützen.

 

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