Big brother per Handy

Wie kürzlich schon in England geschehen, wurden Handys nun auch in den USA – sogar für eine Massenstudie – genutzt, um den Aufenthaltsort und die zurückgelegte Wegstrecke des Besitzers aufzuzeichnen und auszuwerten.

Forschern der Northeastern University in Boston, USA, wurde große Mengen an Daten über die Handynutzung zur Verfügung gestellt, mittels derer eine Studie erstellt wurde, wer sich wie bewegt. So wurden die täglichen Wege ausgewertet, die durchschnittliche Entfernung zum Wohnort und vieles mehr.

Due Ergebnisse selbst überraschen nicht sonderlich, denn jedem ist klar, dass die meisten Menschen täglich etwa die gleichen Wege zu absolvieren haben. Nachzulesen ist die Studie übrigens in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 453, S. 779, 2008).

Viel mehr überrascht, dass die Mobilfunkbetreiber, so auch deutsche, die Daten ihrer Kunden einfach an eine Universität herausgeben. So sind auch rund 100.000 europäische Handynutzer Bestandteil dieser Studie geworden, ohne ihr Einverständnis zu geben – ja, ohne überhaupt davon zu wissen. Ganz anonymisiert wird das wohl auch nicht abgelaufen sein, denn um eine aussagekräftige Studie zu erstellen muss das Handy einwandfrei identifiziert worden sein, um diesem die Anmeldung and den Sendern und dann natürlich die verschiedenen Wegestrecken zuordnen zu können.

Nachdem nun auch bekannt wurde, dass die Lufthansa die Passagierdaten für ein öffentliches Gut hält und nach belieben auswertet, wer mit wem wann wohin geflogen ist, um Beziehungen der Personen zu prüfen, scheinen die persönlichen Daten (und darunter verstehe ich inzwischen alle Daten über mich, die eigentlich keinen etwas angehen) tatsächlich für jedermann zugänglich zu sein. Kein Unternehmen scheut mehr davor zurück, die Daten seiner Kunden zu schützen – was der Staat macht, können die Firmen ja schon lange tun.

Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wirklich Schluss sein muss. Die entsprechenden Gesetze müssen schleunigst überarbeitet werden, damit nicht eine Situation entsteht, wie in dem spannenden Film “The Net“, in dem diese Daten nicht nur abgerufen, sondern von einigen auch verändert werden können, ohne dass es nachvollziehbar ist.

 

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