Freitag der 13. – (k)ein Unglückstag

Viele Menschen in Deutschland befürchten, an diesem speziellen Tag, Freitag den 13., würden sie Opfer eines kleinen oder auch größeren Unglücks.
Der Augsburger Volkskundler Stephan Bachter meint aber: “Der vermeintliche Unglückstag ist eine modische Erfindung des 20. Jahrhunderts und gründet mitnichten auf uralten Überlieferungen und Erfahrungswissen”, Er, Mitglied im Wissenschaftsrat der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, habe hingegen herausgefunden, dass “Freitag, der 13.” vor dem zweiten Weltkrieg nicht einmal als besonderer Tag existierte. 1950 wurde dieser Tag das erste Mal in dem Zauberbuch “6. und 7. Buch Mosis” erwähnt.
Natürlich kann eine Verbindung zwischen dem Freitag, dem Tag, an dem Jesus starb, und der Unglückszahl 13, die im Volksmund früher “Dutzend des Teufels” bezeichnet wurde, geschaffen werden, aber der direkte Zusammenhang entstand erst 1957 durch eine Zeitungsglosse in der Mitte August erscheinenden Ausgabe der GWUP-Zeitschrift “Skeptiker”.

Durch das in hoher Auflagenzahl verbreitete “6. und 7. Buch Mosis”, das seit 1950 bis in die 70er Jahre hinein verkauft wurde entstand die Meinung: “Auf keinen Fall unternehme man etwas Wichtiges an einem Freitag, der auf den 13. Tag eines Monats fällt, das wird fast immer Unglück bringen”, so das Zitat aus der angeblich magischen Schrift.

Nun waren Tür und Tor offen und dem “armen” Freitag wurden einige negative Ereignisse in die Schuhe geschoben: Adam und Eva sollen an einem Freitag aus dem Paradies vertrieben worden sein, der Börsencrash vom Mai 1927 (der eigentlich am vorherigen Donnerstag begann und die beinahe gescheiterten Apollo-13-Mission von 1970.

Tatsache ist aber, dass der “Freitag, der 13.” als spezieller Tag niemandem Unglück bringen kann. Wenn man allerdings auf ein Unglück wartet, sich mehr auf das mögliche Unglück konzentriert, als auf die eigentlichen Aktivitäten an diesem Tag, so ist durch diese Unaufmerksamkeit in der Tat zumindest ein Missgeschick beinahe vorprogrammiert. Bisher gibt es aber nicht einmal Untersuchungergebnisse die belegen, dass sich an diesen Tagen Unfälle besonders häufen. Unsere Wahrnehmung für Missgeschicke ist an diesem Tag allerdings etwas sensibler und falls doch etwas passiert, ist dieses Ereignis natürlich Gesprächsthema Nummer 1 – was den Aberglauben wiederum bestärkt.

Schreibe einen Kommentar