Kosmetik-Preise

Immer wieder habe ich mich gewundert, warum Kosmetika so teuer sind – zumal seit Jahren doch dadurch eingespart werden muss, dass Tierversuche überwiegend nicht mehr erlaubt sind…

Liegt es an der virtuellen Attraktivitätssteigerung des Nutzers? Oder vielleicht daran, dass Kosmetika als Luxusartikel einzustufen sind? Oder an der Einzigartigkeit der millionenfach produzierten Parfum-Fläschchen?

Nun, vielleicht alles zusammen. Aber das Bundeskartellamt hat uns eine weitere Erklärungsmöglichkeit angeboten: Absprachen zwischen 9 Luxus-Kosmetikhäusern die nun die Marken wie Chanel, Clarins, Estée Lauder, L’Oréal, Shiseido und Yves Saint Laurent Beauté betreffen. Der systematische Informationsaustausch, der in der so genannten “Schlossrunde” zwischen 13 aktuellen und ehemaligen Geschäftsführern erfolgt sein soll, reichte von Daten zu Preisanhebungen, Werbeausgaben, geplanten Produktneueinführungen bis hin zu dem Verhalten gegenüber ausgewählten Parfümerien, Retouren und anderen marktstrategischen Elementen.

Selbstverständlich hat all das nicht zu irgendwelchen Absprachen geführt, die man als Beeinflussung des Marktes bezeichnen könne – nein, eher das Gegenteil: es wurde eine noch schärfere Konkurrenz hervorgerufen… So lauten die Kommentare aus den Führungsetagen der betroffenen Kosmetikhäuser. Zumindest aber wurden die Schlossrunden nicht bestritten …

Die Bußgelder, die von 250.000 Euro bis hin zu 2,1 Millionen Euro reichen, sollten bei den Preisen für Kosmetika wohl eher aus der Portokasse beglichen werden, aber immerhin hat das Bundeskartellamt bewiesen, dass sie fleissig daran arbeiten, den Wettbewerb am Markt zu schützen – und ab und zu haben diese Damen und Herren auch mal ein überraschendes Erfolgserlebnis …

… bis die entsprechenden Einspruchsverfahren dann dem Bundeskartellamt wieder mal den Wind aus den Segeln nimmt.

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