6.500 Stellen vs. uneinschätzbares Risiko

Nur selten kann man sich über einen Stellenabbau – wenn auch mit einem tränenden Auge – freuen. Im Falle der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank sollten wir aber froh sein, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. 6.500 Stellen in Deutschland und 2.500 in anderen Ländern werden durch die Übernahme der Dresdner Bank überflüssig und sollen dementsprechend abgebaut werden.

Teile des Allianz-Vorstandes bevorzugten allerdings den Verkauf der Dresdner an die chinesische Staatsbank China Development Bank (CDB), um sich eine diplomatische Eintrittskarte nach China zu sichern.  Vermutungen zur Folge hätten die Chinesen deutlich weniger Stellen reduzieren können, weil sie nicht die administrativen Abteilungen der Bank beisteuern könnten.

Dennoch: Hätten die Chinesen mit der Dresdner Bank ihren Eintrittsweg nach Europa nun auch im Bankensektor gefunden, so wären die Chancen auf dramatische Veränderungen in Europa groß. Bereits in anderen Branchen (z.B. der Stahlproduktion und anderen Industrien) haben die Chinesen bewiesen, dass sie – einmal den Einstieg gefunden – kaum zu bremsen sind. Der chinesische Staat fördert seine Unternehmen so extrem, dass diese dauerhaft billiger als alle ausländischen Konkurrenten anbieten können. Es ist kaum noch nachvollziehbar, wie viele tausend Stellen allein in der deutschen Stahlindustrie den chinesischen Aktivitäten bisher zum Opfer gefallen sind.

Nun ist zu hoffen, dass sich die “Dresdner-Commerz-Bank” besonders kundenfreundlich aufstellt, damit diese neue Großbank in absehbarer Zeit auch mal schwarze Zahlen schreibt und nicht in einigen Jahren trotz der Größe dennoch von der CDB übernommen werden kann, denn dann haben die Chinesen nicht nur einen Fuß in der westlichen Banken-Tür, sondern sie hätten eine Säule in der Hand, die China mit den vorhandenen immensen Devisen-Reserven durchaus die westliche Finanzwelt ins Wanken bringen kann. Das die wirklichen Ziele der Chinesen nicht bekannt und auch nicht wirklich durchschaubar sind, wäre das Risiko für die Weltwirtschaft nicht abschätzbar.

Schreibe einen Kommentar