Jahrestag: letztes Todesurteil in Deutschland

Am 18. Februar 1949, also heute vor 60 Jahren, wurde der 27-Jährige Richard Schuh im Gefängnishof des Tübinger Landgerichts um sechs Uhr auf dem Schafott hingerichtet.

Grund für die Verurteilung war, dass Richard Schuh am 28. Januar 1948 einen Lastwagenfahrer mit seiner Wehrmachtspistole erschossen hatte, um gemeinsam mit zwei Helfern die noch fast neuen Reifen abzumontieren und auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

Es war das letzte Mal, dass in Westdeutschland aufgrund des Urteils eines Zivilgerichts eine Todesstrafe vollstreckt wurde.

Obwohl zu diesem Zeitpunkt etwa zwei Drittel der Bundesbürger Befürworter der Todesstrafe waren (1960 waren noch ca. 70% der Bundesbürger für die Todesstrafe und in den 1970er Jahren befürworteten auf Grund der RAF Anschläge noch mehr Bundesbürger die Todesstrafe als Urteil bei Tötungsdelikten) wurde es dennoch manifestiert: Der Artikel 102 des am 24.Mai 1949 in Kraft getretenen Grundgesetzes lautet seitdem einfach nur: “Die Todesstrafe ist abgeschafft.” Aus dem Strafgesetzbuch verschwand die Todesstrafe als Strafe für Mord allerdings erst 1950.

Trotz des Artikels 102 wurden in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am 7. Juni 1951 als einzige Ausnahme letztmals sieben deutsche Kriegsverbrecher erhängt.

Eine Einschränkung betraf West-Berlin, da hier durch den Viermächtestatus das Grundgesetz nur teilweise galt. In West-Berlin wurde die Todesstrafe erst 1951 durch ein eigenes Gesetz abgeschafft. Allerdings hätten, gnau genommen die Alliierten (nicht deutsche Gerichte) noch bis zum 14. März 1989 Todesurteile aussprechen können – dies wurde allerdings nicht gemacht.

Deutlich länger galt die Todesstrafe in der DDR: vermeintliche Täter wurden noch bis zum 17. Juli 1987 verurteilt und hingerichtet. Dort war der Letzte Hingerichtete der Stasi-Hauptmann Werner Teske, der als verurteilter Spion am 26. Juni 1981 in Leipzig starb.

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