Negatives Konjunkturpaket

Hannover:
Die CeBit steht vor der Tür. Wie auch andernorts sind Messen, gerade in der heutigen Wirtschaftslage, ein kleiner Hoffnungschimmer um neue Kunden zu finden, einige wenige zusätzliche Geschäfte in die Wege zu leiten und mehr Werbung für das eigene Produkt und Unternehmen zu machen, als mit bescheidenen Marketing-Budgets über Werbesendungen, Flyer und andere Maßnahmen möglich ist.

Gut ein Vierrtel der Aussteller mussten bereits absagen, weil ihr Budget die hohen Standgebühren nicht mehr hergibt. Aber nun kommt es noch besser:

Hannover möchte wohl keine Besucher der CeBit willkommen heißen: In diesem Jahr wird es keine Ausnahmen geben und alle Besucher müssen sich an die Regelungen der Feinstaubplaketten halten. Im vergangenen Jahr gab es für die Besucher, besonders diejenigen, die aus dem Ausland anreisten, Gäste-Plaketten, mit denen sie auch dann zu ihren Hotels in Hannover fahren konnten, wenn ihr Fahrzeug eigentlich nicht für die Umweltzone geeignet war – das wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Nicht genug damit gilt ja in diesem Jahr bereits, das auch Fahrzeuge mit roter Plakette nicht mehr in die Umweltzone einfahren dürfen. Damit auch alle fröhlich von der freundlichen Stadt in Niedersachsen begrüßt werden können, werden die Kontrollen verstärkt und die Augen auch nicht mehr zugedrückt.

Das wird auch die Hotel- und Restaurantbesitzer freuen, denn der CeBit-Stress wird sicher nicht mehr so hoch, wie in den vergangenen Jahren. Die Stadt Hannover hat sicher im Vorfeld untersucht und festgestellt, dass die CeBit für die Hannoversche Wirtschaft eher eine Belastung, als ein jährlich lang geplanter, vorbereiteter und dringend benötigter Umsatzschub ist.

Natürlich hat diese Entscheidung noch einen anderen viel wichtigeren Vorteil: Wenn schon ein Drittel der Aussteller angesagt hat und nun auch noch die Besucher zum Teil ausbleiben, dann könnte man die CeBit ja vielleicht auf eine Hand voll Hallen reduzieren, wegen der Reduktion und der wenigen Menschen die Hallenklimatisierung reduzieren und dadurch Energie – und natürlich Feinstaub – einsparen. Immer mehr Betriebe könnte man so von Hannover fern halten, die Dienstleister werden dann auch nur eingeschränkt benötigt  und im Handumdrehen wird Hannover, zwar ohne Wirtschaftsunternehmen dafür aber mit herrlicher Luft, zu einem Naherholungsgebiet der großen, wirtschaftsfreundlicheren Städte in naher und mittlerer Entfernung – die Lunge Niedersachsens…

Wirklich eine clevere Idee. Und sie passt so prima in die derzeitige Wirtschaftskrise …

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar