Lidl ist alles – auch kriminell … (2)

Es trifft sicher keinen Falschen: Der Lidl Deutschland-Chef Mros muss das Unternehmen verlassen. Die Begründung lautet, dass er systematisch Krankenakten von Mitarbeitern anfertigen ließ.

Da hat sich Mros wohl mit seiner Äußerung am Montag einfach zu schnell und allzu offen gegenüber den Medien geäußert, als er die Existenz der Krankenformulare nicht bestritten und nur versicherte, dass sie seit Mitte Januar nicht mehr verwendet würden (welch ein Zufall…).

Nachfolger von Mros wird der Lidl-Manager Jürgen Kisseberth. Dieser altgediente Lidl-Mann (59), der bereits seit etwa 20 Jahren in verschiedenen leitenden Funktionen im Unternehmen tätig war.

Doch was soll das nun eigentlich bewirken? Kisseberth dürfte als Mitarbeiter von Mros tief in die Verfahren und Prozesse von Lidl eingebunden sein. Er wusste also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenfalls von den illegalen Krankenakten und wird nun Chef? Prima Entscheidung von Lidl: Einer geht, um alle zu beruhigen. Dann kommt der Ersatzmann, der alles so weiterführen kann, wie bisher.

Lidl hofft scheinbar, dass sich diese neue Angelegenheit mit einem Austausch im Management und viel Schweigen in Luft auflöst. Der Aufsichtsratschef Klaus Gehrig hält wohl diese neuen kriminellen Machenschaften von Lidl nicht für gravierend genug, um sich zu diesen Vorfällen zu äußern. Er war es, der im ergangenen Jahr öffentlich zusagte, dass im Management härter durchgegriffen würde um derartige Vorfälle künftig zu vermeiden. Herr Gehring: Das war wohl nichts – viele schöne Worte und ihr betrügt und spioniert weiter. Ist das wirklich ein Aufsichtsrar oder eine Marionetten-Show?

Es ist nur zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft diese Verstöße gegen deutsches Recht aufdecken und nachweisen kann. Lidl muss so zur Kasse gebeten werden, dass denen schon jeder Gedanke an Datenschutzverstöße oder die Bespitzelung ihrer Mitarbeiter zu teuer ist. Es muss dringend geprüft werden, welche Führungskräfte mit diesen Krankenblättern gearbeitet haben – und wenn es nur in Besprechungen war – und alle zusammen müssen dafür Konsequenzen erfahren. Es muss deutlich gemacht werden, dass solches Verhalten Konsequenzen hat, wenn man diese nicht selbst rechtzeitig zu ziehen bereit ist.

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