Schweinegrippe – wenn es uns sau schlecht geht

Nach der Geflügelgrippe H5N1 ist nun ein neuer Virus für uns zu einer potentiellen Bedrohung geworden: Der Erreger der Schweinegrippe (H1N1 und H3N1).

Aber überall ist von Pandemie, Bedrohung und Katastrophe zu lesen – kaum eine Nachricht informiert wirklich über diesen neuen Gegner der Menschheit.

Die Schweinegrippe

Die Schweinegrippe (Schweineinfluenza) ist, wie die anderen Typen, eine Infektionskrankheit der Atemwege, allerdings speziell bei Hausschweinen.
Diese Grippe-Viren werden, ebenfalls typisch für die Grippe, durch Tröpfcheninfektion über die Schleimhäute des Atemtraktes übertragen. Dort vermehren sie sich in einzelnen Schleimhautzellen. Auch, wenn in diesem Stadium kaum Symptome zu erkennen sind, kann das infizierte Tier andere Tiere des Bestandes infizieren. Als Inkubationszeit (Dauer von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) werden 1 bis 4 Tage angegeben.
Dann äußert sich die Schweinegrippe mit schnell ansteigendem, hohem Fieber (bis 42 °C), schweren Atemwegsentzündungen, gesteigerter Schleimsekretion in der Nase und Tränenfluss – und ist extrem ansteckend.

Damit ist die Schweineinfluenza eine Erkrankung, die – in ihrer Originalform beim Schwein – zwar meist die gesamte Zucht betrifft, aber nur selten sterben diese Tiere: nach schon 5 bis 7 Tagen klingen die Zeichen der Krankheit sehr rasch wieder ab.
Sehr häufig sind die an Schweinegrippe erkrankten Tiere allerdings durch die Schwächung empfänglich für so genannte Sekundärerkrankungen: bakterielle Erregern können dann zu weiteren Erkrankungen führen, die Krankheiten mit anderen Erscheinungsbildern verursachen.
Wichtig ist auch, dass die Viren der Schweinegrippe noch bis zu 5 Wochen nach der Gesundung vom Tier ausgeschieden werden können.

Die ursprünglichen, also echten “Schweine”-Grippeviren verursachen beim Menschen nur selten eine Erkrankung, weil dies durch eine “Spezies-Barriere verhindert wird. Tritt dennoch eine Ansteckung auf, so ist der Krankheitsverlauf eher harmlos. weil der Menschliche Körper die schlecht angepassten Viren gut bekämpfen kann.

Bisheriges Auftreten beim Menschen

Allerdings wird heute die Ursache der “Spanischen Grippe” (1918/1919), die weltweit ausbrach (Pandemie) und über 25 Millionen Todesopfer forderte, mutierten, also veränderten Viren der Schweinegrippe zugeordnet. Danach ist dieser Viren-Stamm noch 1876 und 1988 beobachtet worden, die zwar durch eine Sekundärinfektion (Lungenentzündung) bei einigen Patienten zum Tode führten, aber eine besondere “Aggressivität” oder ungewöhnliche Sterblichkeitsrate der Patienten, wie dies in den vergangenen Jahren bei der Vogelgrippe (H5N1) festgestellt wurde, konnte nicht beobachtet werden.

Aktuelle Ereignisse

Dervor seit April in Mexiko aufgetretene Erreger ist eine Abwandlung des Schweinegrippe-Virus H1N1.  Dies ist natürlich nicht wirklich der Schweinegrippe-Virus, sondern ein menschlicher Grippevirus, der sich aber aus dem Schweinegrippe-Virus entwickelt hat, was an einigen Bestandteilen feststellbar ist. Auffällig scheint, dass zur Zeit eher nicht die Risiko-Gruppen (Kleinkinder und ältere Menschen) sondern die übrigen Altersgruppen von einer Erkrankung betroffen sind.

Ursprung dieses Virus-Stammes scheint derzeit Mexiko zu sein. Dort sollen auch über 80 Patienten an den Folgen der Erkrankung gestorben sein. Die bekannten Patienten in den USA sind jedoch vollständig genesen, was keine besonders tödliche Variante des Virus vermuten lässt.

Da weder die erkrankten Amerikaner noch die erkrankten Mexikaner direkt mit Schweinen in Berührung gekommen sein sollen, ist zu vermuten, dass eine Mensch-zu-Mensch Ansteckung mit diesem Virus möglich ist.

Feststellen und Bekämpfen

Das Problem geht bereits bei der Diagnose von Grippeviren los: In den USA konnte das Virus bisher nicht diagnostiziert werden. Das Robert-Koch-Institut in Deutschland ist allerdings sehr wohl in der Lage dazu.

Das “N” von H1N1 bezeichnet ein spezielles Eisweiß des Visus, die “Neuraminidase”. Die üblichen Medikamente wirken genau auf eben dieses Eiweiß und hindern das Virus an der Vermehrung. Ob diese Neuraminidase-Hemmer auch bei H1N1 wirken, ist allerdings nach heutigen Erkenntnissen nicht bekannt. Auch, ob eventuell sogar der saisonale Grippe-Impfstoff gegen den neuen Virus wirken könnte, ist noch nicht bekannt.

Ob eine Ansteckung auch zum Beispiel über das Fleisch erkrankter Schweine erfolgen kann, wird derzeit vom Friedrich-Loeffler-Institut und dem Bundesforschungsinstitut für Viruskrankheiten der Tiere (FLI) untersucht. Die möglichen Risiken für den Verbraucher durch tierische Produkte werden dann vom Bundesinstitut für Risikobewertung bewertet. Aktuell gibt es keinerlei Hinweise auf ein derartiges Risiko. Wer ganz sicher gehen möchte, muss das fragliche Fleisch auf eine Temperatur von 72°C erhitzen. Ab dieser Temperatur werden diese Viren abgetötet.

Wer all diese Informationen noch ausführlicher lesen möchte, kann dies direkt bei den Quellen tun: Robert-Koch-Institut (RKI), Centers for Desears Controll and Prevention (CDC), World Health Organization (WHO).

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