Kredite, Euro, Mehrwertsteuer … Pleite

Muss man wirklich ein Wirtschaftsexperte sein, um sich mit einem klein wenig Fantasie die Zukunft auszumalen?

Doch beginnen wir erst einmal von vorne … nein eigentlich nicht, denn der Anfang war ja eigentlich bereits in den 70er Jahren, in denen bereits eine erste Konjunktur-Krise durch die sozial-liberale Regierung “erfolgreich” bewältigt wurde. Es wurde der Begriff “Deficitspending” geprägt, der recht deutlich erklärt, dass nicht mehr nur das vorhandene, sondern auch das nicht vorhandene Geld ausgegeben wird.

Damit war der erste Schritt getan: Ganze Haushalte wurden mit Krediten finanziert und waren nicht mehr durch die eingenommenen Steuern und anderen Staatseinnahmen abgedeckt.

In den bis heute folgenden Jahren perfektionierten die jeweiligen Bundesregierungen das Leben “auf Pump” wobei die jährliche Neuverschuldung mal geringer und mal höher, meist jedoch höher als im Vorjahr ausfiel.

Wenn der Staat nur noch mit Krediten leben kann, dann ist es natürlich nur recht und billig, das Geld aus diesen Krediten – oder manchmal zumindest den “guten Namen” als Sicherheit – auch an Unternehmen zu geben. Der Vorteil ist, dass Unternehmen ab einem bestimmten Punkt keine Kredite mehr erhalten. Also verbürgt sich der Staat, denn wenn der es will, bekommen auch Pleite-Unternehmen noch Geld. Wenn die es dann nicht schaffen … was soll’s: auf diese paar Milliönchen kommt es nun wirklich nicht an. Es haben zwar alle gesagt, dass sich der Staat nicht einmischen soll und dass der Rettungsversuch eh keinen Sinn habe, aber falls es dann nun doch klappen sollte, wäre das eine sehr positive Schlagzeile und der “gute Name” würde noch besser.

Das lief Jahre und Jahrzehnte auch ganz gut so. Der Euro kam und damit auch ein neues Aussehen des Geldes. So konnten auch die letzten den großen Schuldenberg vergessen, denn nun schien er viel bunter und freundlicher – hat man doch nun alle Euro-Länder als Unterstützung bei der Bewältigung jeglicher Probleme und Krisen…

Und es ist ja klar: Je mehr Länder zum Euro-Raum hinzukommen, desto mehr Fläche kann den Schuldenberg aufnehmen und wir können auf der oberen Fläche dieses Tafelberges auf viel höherem Niveau neu beginnen.

Schade nur, wenn es Euro-Staaten gibt, die leider vergessen haben, genau zu spezifizieren, wie deren eigenen Berge aussehen – Berge, die so groß und kompakt sind, dass sie sich als schwarzes Loch manifestieren, das jeden verfügbaren Euro aufsaugen und dabei komischer Weise nicht kleiner werden.

Und plötzlich wird der zweite Schritt gemacht: Diese Schulden-Staaten bekommen immense Summen an Geld von den weniger verschuldeten Staaten. Diese Geldhilfen bestehen allerdings nicht aus verfügbarem Geld: Die Kredite an diese Staaten werden aus eigenen Krediten finanziert. Der kleine Haken dabei ist, dass man selbst den Kredit zurückzahlen muss, aber überhaupt nicht weiss, ob man den Kredit an das kleine Urlaubsland jemals zurückbezahlt bekommt.

Das ist so ähnlich wie die Finanzierung von Immobilien mit nicht abgesicherten Hypotheken … das kommt mir doch irgendwie bekannt vor … aber egal …

Kein Problem: Wenn die Staatsausgaben nicht den Steuern und Abgaben entsprechen, wird einfach angepasst. So, wie der normale Arbeitnehmer dann einfach sein Gehalt vervielfacht, wenn er sich noch mehr kaufen möchte, muss der Staat einfach mal die Steuern erhöhen. Kein Problem, denn es trifft ja nur die Bürger, die die Regierung ja auch noch selbst gewählt haben.

Riesen-Summen sollen durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in die Kassen gespühlt werden, die dann das Defizit deutlich reduzieren können … können sie wirklich?

Naja, hoffentlich. Ich persönlich habe da allerdings die Befürchtung, dass diese Steuererhöhung eine andere Wirkung hat: Es wird weniger gekauft, also konsumiert werden, was zu einer reduzierten Produktion und weniger Bedarf an Arbeitskraft führt. Wir werden mehr Arbeitslose bekommen und mehr Arbeitslosengeld auszahlen – und wo wir gerade davon sprechen: Arbeitslose und Hartz-IV Empfänger müssen ja durch die erhöhten Lebenshaltungskosten auch einen höheren Geldbetrag bekommen, der um mindestens die besagten 6% erhöht werden muss.

Da sich das Verhältnis der Löhne und Gehälter gegenüber den Lebenshaltungskosten verändert, werden auch viel mehr Familien auf unterstützende Zahlungen des Sozialstaates angewiesen sein, als vor der Mehrwertsteuererhöhung.

… aber diese Mehrkosten können wir ja über andere Steuererhöhungen finanzieren … das ist überhaupt kein Problem.

Damit aber nicht genug: der steil fallende Euro wird, wenn dieser Fall nicht bald gestoppt werden kann, auch deutliche Auswirkungen haben: Deutschland als Exportland wird sehr gefragt sein, weil die Waren “billiger” werden (allerdings den Unternehmen auch nicht mehr die gleichen, sondern geringere Gewinne einbringen). Das blöde daran ist, dass Deutschland kaum eigene Rohstoffe hat und diese durch den Euro immer teuer aus dem Ausland importiert werden müssten. Dadurch schrumpfen die Gewinne, und wenn es keine Gewinne mehr bleiben, dann schrumpft die Anzahl der Unternehmen in Deutschland und damit auch wieder einmal die Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze.

… einen Zwei-Fronten-Krieg hat noch keiner wirklich gewinnen können …

unter dem Strich sehen wir wirklich rosigen Zeiten entgegen …

Interessant daran ist aber, dass sich dieses Spiel im Großen und im Kleinen immer wiederholt: Keine Währungsunion, und das wird auch der Euro wohl nicht, hat bisher mehr als 15 Jahre überlebt. Die Unterschiede der Länder sind einfach zu groß und der Machthunger unüberwindbar. Die Fiskalpolitik kann nicht synchronisiert werden, weil jedes Land nur den eigenen Vorteil sieht und wir keine SEG (Sozialistische Europäische Gesellschaft) sind.

Das Märtyrertum, andere Länder so lange zu unterstützen bis man selbst am Boden liegt, mag zwar moralisch richtig sein, aber da allein die Entscheider am Boden liegen werden, sondern ganze Völker ist es absolut unvertretbar so zu handeln.

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