EHEC – spekulative Informationen

EHEC – das Stichwort, das alle Medien beherrscht. Artikel und Berichte im Minutentakt, doch was sagen und diese “Informationen” eigentlich wirklich?

Seriöse Quellen, wie das Robert-Koch-Institut scheinen ganz genau zu wissen, warum sie sich auf die tatsächlichen Fakten beschränken: Was ist EHEC, wie sind die Auswirkungen und Symptome und was sollte ich machen, sobald ich den Verdacht habe, daran erkrankt zu sein.

Alle anderen Medien bombardieren uns mit Spekulationen, Ernährungsempfehlungen und Schreckensmeldungen, mit denen sich hoffentlich die Auflagen, Quoten und Klicks erhöhen lassen.

Salat, Gurke, Tomate und nun Sprossen sollen die Träger dieses heimtückischen Erregers sein. Ein neuer Test wurde entwickelt, aber die Sprossen-Untersuchung soll von Sonntag bis Dienstag dauern, Vor dem Wochenende wurde von neuen Behandlungsmöglichkeiten berichtet, von denen man aber Am Wochenende und heute am Montag nichts mehr findet.

Mal ehrlich: Dieses Informations-Durcheinander bringt doch zwangsläufig jeden zu dem Gedanken, dass dieses neue “Problem” entweder wieder völlig groß-geredet wird (an z.B. der normalen Grippe sterben jährlich ca. 5.000 – 15.000 Menschen in Deutschland), oder – und Verschwörungstheorien gibt es ja zu jedem Thema – ein “Feind” hat eine geniale Kriegsführung gefunden, bei der der Aufwand minimal ist, die Erkrankung selbst durch die Medien für Panik sorgt und die Wirtschaft massiv betroffen wird.

Völlig unverständlich ist für mich aber der Umstand, dass die Wissenschaft im Dunkeln tappt (oder zumindest nicht mit absoluter Sicherheit Fakten liefern kann) und der Krisenstab der Regierung die Informationsflut der Medien mit scheinbar völlig unsicheren Informationen bereichert, ohne zu wissen, in welche Richtung es überhaupt gehen wird. Zu allem Überfluss rühmt der Krisenstab – “Task-Force EHEC” nennt es sich dieses mal – ihrer professionellen Handhabung der Situation.

Natürlich ist das Ganze nicht schön. Die Erkrankten und deren Familien sind zu bedauern, wie auch jeder Krebspatient und andere, das ist völlig klar. Aber ist EHEC nicht einfach “nur” eine Krankheit, wie jede andere auch – eine Krankheit, die neben dem Ursprungs-Verursacher auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann (weil oft die Hygiene fehlt)? Eine Krankheit, die “Opfer” fordert und besonders beim ersten größeren Auftreten mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet wird?

Oder handelt es sich nur um das Versagen von Behörden, die bereits in 2010 vor diesem Erreger gewarnt haben, es aber nicht für nötig hielten, die Lebensmittelkontrollen auf eben diesen Erreger auszuweiten?

Es bleibt wohl abzuwarten, denn das Thema ist durch die vielen Spekulationen noch immer ein prima Futter für die Medien. Auf sichere Fakten und Informationen werden wir als Verbraucher wohl nocht etwas warten müssen.

In diesem Sinne: Guten Hunger …

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