Portugal – sparen wir schon mal dafür …

Sparkurs und Finanzhilfe scheinen nicht auszureichen.

Die Ratingagentur Moody’s hat gestern die Kreditwürdigkeit Portugals auf Ba2 gesenkt (vier Stufen niedriger als die vorherige Ba1 Bewertung). Damit werden Investitionen in derartige Papiere werden damit als spekulativ, also riskant bewertet.
Weitere Herabstufungen würden drohen, falls Lissabon seine Sparmaßnahmen nicht konsequent durchsetzen könne, die Defizitziele der EU nicht erreicht werden können, oder der Privatsektor in die Rettungsmaßnahmen einbezogen werden müsse.

Gleichzeitig warnt Moody’s vor der Möglichen Situation, dass Portugal ab Mitte 2013 Kredite nur noch zu sehr hohen Zinsen erhalten könnte, was dann wiederum bedeutet, dass Portugal sich diese Kredite nicht leisten könnte und Geldbedarf bei der EU anmelden muss.

Hintergrund ist, dass Portugals Sparmaßnahmen vorsehen, dass sich das Land ab 2013 wieder an den Märkten mit Geld versorgen kann und wird.

Unter dem Strich folgt aus diesen Annahmen von Moody’s, dass Portugal voraussichtlich ein zweites EU-Hilfs-Paket benötigt, bevor es realistisch wieder in die Lange kommen kann, sich das erforderliche Geld selbst zu beschaffen.

Natürlich habe die Börsen und Finanzmärkte sogleich den Euro abgestraft, der nach der Veröffentlichung durch Moody’s deutlich an Wert verloren hat. Das diese negative Kursschwankung jedoch dauerhaft ist, sei nicht zu erwarten, sondern beruhen auf den Euro-Verkäufen einiger Händler als Reaktion auf die Herabstufung Portugals durch Moody’s.

An sich ist das alles nicht überraschend. Andererseits ist es sogar positiv, so frühzeitig von Moody’s vorbereitet zu werden. So können wir alle schon anfangen zu sparen, damit wir in 2013, wenn die nächsten Hilfspakete an Portugal, sicher auch Griechenland und vielleicht schon Spanien oder Italien fließen müssen, vom Betten-Euro für Hotels auf den Betten-10er für private Haushalte umsteigen um damit alle anderen europäischen  Sorgenkinder zu finanzieren. Vielleicht könnte man diese Abgabe auch als EU-Soli bezeichnen, denn unter diesem Begriff verstehen wir ja Nachhaltigkeit, Langfristigkeit und Sinnlosigkeit.

 

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