Italien – Pasta sonst nix … basta!

Ganz so scheint es nicht zu sein. Mindestens eines hat Italien noch mehr: Schulden.

Nach den USA und Japan ist Italien das Land mit den dritt-meisten Schulden. Allein die Anleihen, die im Umlauf sind und in den kommenden 5 Jahre fällig werden, also von Italien zurückgezahlt werden müssen, betragen rund 860 Milliarden Euro. Vorausgesetzt die Zinsen bleiben auf dem heutigen Stand, werden alleine Zinsen in Höhe von 44 Milliarden Euro fällig. Hinzu kommen in 2012 Schulden von 120 Milliarden Eru, die verlängert, refinanziert oder zurückgezahlt werden müssen.

Wenn nun noch die Einnahmen Italiens sinken oder (im schlimmsten Fall “und”) die Zinsen steigen sollten (ein Prozentpunkt höhere Zinsen würden Italien rund 9 Milliarden Euro von 2011 bis 2016 kosten!!) könnte das Schulden-Konstrukt Italiens außer Kontrolle geraten.

Warum dieses Thema? Ganz einfach: Die erwähnten Einnahmen drohen zu sinken. Italiens Industrieproduktion ist – angeblich überraschend – im Mai deutlich gesunken. Zwar wurde von den Ökonomen mit einem Rückgang von 0,1 Prozent gerechnet, aber die Statistikbehörde in Rom teilte heute mit, dass der Rückgang tatsächlich 0,6 Prozent beträgt. Vergleicht man mit dem Vorjahr, so ergibt sich zwar ein Produktionsanstieg von 1,8 Prozent, aber man hat mit 2,2 Prozent gerechnet und im April betrug das Anstieg der Produktion noch 3,8 Prozent.

Sie zeigt sich unter anderem daran, dass in Italien die Industrieproduktion im Mai überraschend deutlich gesunken ist. Im Monatsvergleich sei die Produktion um 0,6 Prozent gefallen, teilte die Statistikbehörde am Freitag in Rom mit. Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 0,1 Prozent gerechnet. Der Anstieg im Vormonat wurde mit 1,1 (zunächst 1,0) Prozent etwas höher als bislang ausgewiesen.

Wenn neben den geringeren Einnahmen nun auch noch die Ausgaben – in diesem Fall durch die Staatsanleihen – steigen, verstärkt sich dieser Effekt enorm: Die Rendite der italienischen Staatsanleihen ist von 4,624 Prozent im Vormonat auf aktuell 5,33 Prozent gestiegen.

Die Einnahmen in Form von Steuern und Abgaben sinkt durch die sinkende Industrieproduktion. gleichzeitig erhöhen sich die Ausgaben und schon entsteht der Scheren-Effekt, bei dem sich beide Seiten “aktiv” von einander entfernen – und damit andere Mittel gesucht werden müssen, um einen Ausgleich von Einnahmen und Ausgaben zu erzielen.

Entsprechend wurde heute auch die Absicherung neuer Schulden teurer. Die Absicherung von 10 Millionen Schulden kostet nun seit heute 243.000 Euro (zuvor 219.000 Euro). Das steigende Risiko wurde also bereits erkannt und durch diese Maßnahme “gewürdigt”.

Die Regierung plant, den Haushalt bis 2014 auszugleichen, aber ob diese bei den aktuellen Vorzeichen tatsächlich gelingen kann, ob die geplanten Maßnahmen wirklich ausreichen können, das werden wir bald sehen.
Vielleicht helfen ja die deutschen Urlauber, falls die Urlaubs-Taler nicht nur versehentlich an der Kasse vorbei in die privaten Taschen gelangen.

 

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