America: AA+

Dies ist ein sehr interessanter und historischer Augenblick:

Noch vor kurzem haben sich viele Ökonomen aufgeregt, wie die Rating-Agenturen auch nur daran denken können, Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien, Irland oder Italien in ihrer Kreditwürdigkeit herabzustufen, wenn aber die USA, die durch politische Diskussionen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit standen, weiterhin das Qualitätssiegel der besten Bewertung AAA behalten könnten.

Nun ist es soweit und die USA wurden am Freitag nach Börsenschluß von Standard & Poor’s (S&P) von AAA auf AA+ herabgestuft.

Jetzt bangen alle Börsen um ihre Indizes und düstere Prognosen werden erstellt. Doch ist das wirklich alles so schlimm? An sich muss man dabei erst einmal bedenken, dass die USA nicht wirklich zahlungsunfähig geworden wären. Sie mussten einen politischen Disput ausfechten, der eigentlich bei jedem Ausgang immer nur die Erhöhung der Schuldengrenze hätte bedeuten müssen, damit sich die Regierung nicht selbst der Regierungsfähigkeit beraubt.
Auf der anderen Seite könnte man nun auch noch die europäischen, hilfsbedürftigen Länder mit den USA vergleichen, was die USA dann auch nicht wirklich hilfsbedürftig aussehen lässt.

Aber der wichtigste Punkt ist doch, dass eine solche Situation vor 10 Jahren sicher Chaos hätte verbreiten können. Aber heute kennen wir Begriffe wie Staatsbankrott, Finanzkrise und dergleichen. Keiner ist mehr wirklich schockiert und die meisten bewahren sogar bei einer solchen Meldung von S&P einfach nur Ruhe. Wie sich heute Morgen an den Asiatischen Börsen zeigt, scheint das so zu stimmen: Es gab noch keine Panikverkäufe und die Börsen-Indizes sanken moderat, aber nicht alarmierend.

Vielleicht sollte man die Bedeutung der Einstufung durch Rating-Agenturen zur heutigen zeit ein wenig korrigieren: Es sollte nicht eine Arlamierung bedeuten, sondern den Hinweis – besonders für die betroffenen Länder – dass die Finanzpolitik dringend überdacht werden muss. Dass über Einsparungen nachgedacht und das kurzfristige primitive Imponiergehabe der Politiker und Regierungen um die Gunst der Wähler endlich ein Ende haben muss – natürlich zugunsten einer Stabilisierung der Wirtschaft und auch der politischen Situation.
Ist das nicht auch der eigentliche Auftrag der Wähler an die Regierungen ??

 

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