Manchmal funktioniert das Grundgesetz

Es ist schon interessant: Wenn es um die persönlichsten Daten der Bundesbürger geht, kann die Regierung scheinbar machen, was sie gerade möchte (Datenschutz? Wohl nicht bei der Bundesregierung! Datenschutz? Wohl nicht bei der Bundesregierung!). Wenn es darum geht, wirklich die Interessen vieler zu wahren, zeigt sich deutlich, dass das Grundgesetz der Wächter gegen willkürliche Eingriffe des Staates gegen die Bürger darstellt.

So kann zum Beispiel nicht einfach eine WebSite bzw. ein spezieller Inhalt des Internet gesperrt werden, weil deren Themen oder Informationen dem allgemeinen gesellschaftlichen oder politischen Denken entgegensprechen. Ein solcher Eingriff bedeuten einen Eingriff “in erheblichem Umfang in die Meinungsfreiheit der Inhaltsanbieter, die Informationsfreiheit der Nutzer sowie die Berufsfreiheit der Internetprovider“.

Zumal die Kontrolle, welche Inhalte zu einer Sperrung führen könnten – wie wir in Ländern wie China sehen können – tatsächlich nur eine Meinung berücksichtigt und selbst berechtigt kontroverse Ideen im Keim erdrücken soll.

Viel interessanter und sinnvoller wäre eine Kontrolle der Inhalte in dem Sinne, dass Einstufungen in z.B. Kategorien wie “allgemeine Inhalte”, “Inhalte für Kinder” oder auch “jugendgefährdende Inhalte” zur Pflicht werden. Von Erwachsenen erwarte ich (denn ich gebe die Hoffnung nicht auf…), dass sie selbst so klug sind, bestimmte Inhalte, wie zum Beispiel radikale Schriften, etc. nicht ernst zu nehmen und zu meiden. Von Kindern und Jugendlichen kann man solch ein Verhalten nicht erwarten und die Empfänglichkeit für solche Inhalte sollte man dabei nicht vernachlässigen.

Leider gibt es – soweit mir bekannt ist – keinen zuverlässigen Schutz, der es ermöglicht, bestimmte Inhalts-Kategorien wirksam nur bestimmten Benutzergruppen zugänglich zu machen. Eine solche Funktionalität wird für die privaten Haushalte dringend benötigt – und dass natürlich kostenfrei, damit es tatsächlich genutzt wird. Im Fernsehen war es ja auch möglich, dass allzu freizügige Sendungen jenseits Mitternacht platziert wurden und auf dem Musik-Markt erfolgt mit dem DRM ebenfalls eine Zugriffsbeschränkung. Zugegeben, wirklich von funktionieren kann man nicht sprechen, so lange keine kontrollierende, nicht bestechliche und aufmerksame Person dazwischen sitzt, wie in der guten alten Videothek.
Es sind hier wirklich erst einmal die Entwickler gefragt, uns die technischen Möglichkeiten zu schaffen – ich denke, die Möglichkeiten der Verbreitung persönlicher Daten im Internet 2.0 ist nun ausreichend geschaffen. Nun muss es an die “geistige Sicherheit” gehen.

Was wir aber alle nicht wollen, und was einfach nicht in ein Land wie Deutschland passt, ist eine von der Regierung auferlegte Zensur von Informationen. Jeder muss selbst mal ein kleines Stück Verantwortung für sich und für seine Kinder übernehmen. Wenn das jeder machen würde und das mit der erforderlichen Zeit für die Kids verbindet, würde vermutlich auch die Empfangsbereitschaft für radikale oder gar kriminelle Inhalte aus dem Internet und der gesamten Umgebung deutlich sinken.

 

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar