Gift-Chemie für Kinder – Nicht nur in China

Es ist schon erstaunlich: China ist und scheinbar sehr viel näher als zum Beispiel Nigeria – vielleicht weil China “gefährlicher” für die westliche Welt ist, oder weil es einfach Medienwirksamer ist, als ein kleiner Staat in Afrika…

Bereits vor Weihnachten 2008 wurde festgestellt, dass die nigerianische Firma Barewa Pharmaceutical in einen Zahn-Schmerz-Saft (MyPikin) für Kinder  nicht nur den Hauptwirkstoff Paracetamol, sondern auch Chemikalien gemischt hat, die offenbar (besonders billig) in einem Slum in Lagos gekauft wurden. Wie sich herausstellte handelt es sich um Diethylenglykol, ein Frostschutzmittel.

Wie bei der chinesischen Milch geht es auch hier wohl nur darum, die Profite zu “optimieren”.

Allerdings – anders als in China – sind in Nigeria nicht nur 6, sondern bereits 84 Kinder an den Folgen der Einnahme dieses Mittels gestorben (und bei uns in Europa scheint das nur eine kleine Nebenmeldung in der Presse wert zu sein).

Kein Wunder, dass sich in Nigeria nun Sympathie für China breit macht, denn nichts wünschen sich die betroffenen Eltern mehr, als dass die verantwortlichen ebenfalls – möglichst mit der Todesstrafe – verurteilt werden.

Auch hier in Nigeria hat der Staat keinen unerheblichen Anteil an dem Tod der vielen Kinder: Bereits im Dezember war das Gift-Gemisch bekannt, aber diese Information erreichte nicht die vielen Eltern – und schon gar nicht die zehntausenden illegalen Geschäfte, die ohne Lizenz Medikamente verkaufen.

So wird die vermutlich die Anzahl der Opfer deutlich höher liegen, da nur die in Krankenhäusern behandelten Opfer erfasst sind. Der überwiegende Anteil der Bevölkerung kann sich einen Aufenthalt im Krankenhaus nicht leisten. Außerdem dürften viele Eltern mit ihren Kindern gar nicht rechtzeitig in einem Krankenhaus angekommen sein.

… aber wen interessiert das schon in Deutschland, wo doch Nigeria der bevölkerungsreichste Staat in Afrika ist …

Übrigens ist mehr oder weniger gar nichts darüber bekannt geworden, dass “The National Union of Food, Beverage and Tobacco Employees (NUBFTE)” ebenfalls im Dezember 2008 Dosentomaten der Marke “Tasty Tom” in Nigeria gefunden haben, in denen ein Krebserregendes Öl festgestellt wurde. Aber es handelte sich in diesem Fall ja nur um etwa 20.000 Dosen. Allerdings wurde darauf hin vor derartigem Dosengemüse und Pflanzenöl gewarnt, was nicht nach Zufall klingt.
(Übrigens wirbt Tasty Tom paradoxer Weise damit, dass die Inhaltsstoffe dieses Produktes das Krebsrisiko reduziert!)

Wer sich davon überzeugen möchte, dass die Tomaten jetzt wirder in Ordnung sind: Per Internet lassen sie sich überall, auch bei eBay kaufen. Noch einfacher geht es natürlich bei Aldi Nord und Metro, ab März dann auch bei Edeka, Norma und anderen Geschäften.

Guten Appetit!

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