Drogerie Müller führt auch Krankenakten

Wer als Mitarbeiter im Drogeriemarkt Müller (mit 450 Filialen der viertgrößte Drogeriemarkt in Deutschland)  den ersten Tag nach einer Abwesenheit wegen Krankheit wieder zur Arbeit erscheint muss erst einmal einen Bericht abliefern. Es

scheint nicht wichtig zu sein, dass der Mitarbeiter wieder gesund ist, sondern – viel wichtiger – man will dort im so genannten “Krankenrückkehrgespräch” erfahren, warum man überhaupt krank gewesen ist. All die Informationen, Krankheitsgründe und Genesungsfortschritte, die dann dort von dem Mitarbeiter an die Führungskraft gehen, werden in einem speziellen Formular mit der Bezeichnung “Krankenrückkehrgespräch” dokumentiert. Der Mitarbeiter muss dieses Formular mit den enthaltenen persönlichen Informationen sogar noch unterschreiben. Es scheint sich also um keinen Einzelfall, sondern das systematisierte Führen von Krankenakten zu handeln.
(Ob unter dieser Voraussetzung der Slogan für die Mitarbeiter wirklich noch Gültigkeit hat: “Müller macht glücklich” ??)

Nach Lidl und Daimler ist der Drogeriemarkt Müller mit immerhin rund 18.000 Mitarbeitern nun wieder ein Unternehmen, das persönliche und schützenswerte Daten der Mitarbeiter sammelt.

Das die Unternehmensleitung noch keinen Kommentar zu den Vorwürfen abgegeben hat ist nach nun 3 Tagen zwar unverständlich, aber im Zweifel noch nachvollziehbar.
Warum aber Verdi bereits mitgeteilt hat, keine rechtlichen Schritte wegen dieses Verstoßes gegen die Rechte der Mitarbeiter einleiten wird, ist völlig unverständlich…

Diese Art des Missbrauches persönlicher Daten scheint bereits jetzt so normal geworden zu sein, dass die Gewerkschaften dies hinnehmen und sich lieber um “einträglichere” Themen kümmern …

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